Neuerscheinung:

: Ein Gedicht von mirIn aller Kürze: Der höchstverdienstliche Dirk von Petersdorff hat soeben die handschmeichlerische Anthologie Ein Gedicht von mir: Lyrikerinnen und Lyriker der Gegenwart stellen sich vor herausgebracht, die mit einer erfreulich unkonventionellen Auswahl namhafter, schiergar grandioser Gegenwartslyriker aufwartet; so finden sich neben Einschlägigen (Marcel Beyer, Hans Magnus Enzensberger, Durs Grünbein, Ulla Hahn, Harald Hartung, Friederike Mayröcker usw.) auch Popheroinen (Judith Holofernes), heißgeliebte Humoristen (F. W. Bernstein, Simon Borowiak, Max Goldt, Thomas Gsella), slammige Gespielen und Gespielinnen (Bas Böttcher, Theresa Hahl, Lydia Daher, Nora Gomringer) sowie yours truly.

 

Die Erforschung der Glühbirne

Datei:Open access.svgIn der letzten Woche ein Paper zur Glühbirne im Comic (auf Akademisch freilich: Die cartooneske Glühbirne zwischen Konstruktion und Dekonstruktion des inventio-Dispositivs) fertiggestellt und – als alter Open-Access-Aficionado – via Academia.edu freigestellt. Es reagiert dort unter anderem auf die Schlagworte Hans Blumenberg, Carl Barks, Little Helper, Comics and Graphic Novels, Hand-Drawn Animation, Animation, Innovation of Light Bulbs, Betty Boop, Asterix, Literary Tropes, Plato, Allegory of the Cave, Felix the Cat, Creativity, Creativity studies, Creative thinking, Comic symbols, Metaphor, Thomas Alva Edison, Don Martin, Mad Magazine, Satire & Irony, Parody, Genius (Psychology) und Aesthetics of Genius.

Akademisches

Wirag hat sich in den letzten Monaten verstärkt auf dem Planeten Akademia herumgetrieben; einige Vorträge und Artikel, die währenddessen entstanden, habe ich auf der Open-Access-Plattform Academia.edu zur Verfügung gestellt, wer sich also für Comic- und/oder Humorforschung interessiert, mag dort gerne nachschlagen.

EXOT in the Mache, 50. Slam et al.

Wir arbeiten gerade mit Hochdruckreinigern an der nächsten EXOT-Ausgabe (#13), die mit einem Cover der wunderbaren Nadine Redlich (links) ausgestattet sein wird. Der Heftinhalt selbst wackelt noch; so viel kann aber schon herausposaunt werden: Den gutgläubigen Leser erwarten erneut 124 Seiten verstörender Stories, satirischer Betrachtungen, tragikomischer Gedichte und tiefgefühlter Aufsätze: Titanic-Autoren zeigen sich von ihrer erzählerischen Seite, Romancier Simon Urban fabuliert über die deutsche Literaturkritik, der Lyriker Hellmuth Opitz widmet sich seinen Haushaltsgeräten, der Helge-Schneider-Experte Harald Mühlbeyer schreibt über Helge Schneider, und die Lesebühnen-Rotzgöre Lea Streisand entführt uns in eine Parallelwelt bizarrer Schönheit: ostdeutsche Mittelaltermärkte. Obendrein wird endlich Schopenhauers „Die Welt als Willy und Vorhautverengung Wille und Vorstellung“ als komischer Klassiker gewürdigt. Und Maxim Biller bekommt sowieso sein Fett weg.
Wer mehr wissen (oder gar vorbestellen) will, wende sich bitte an www.exot-magazin.de.

Ansonsten bereitet Wirag das 50. Jubiläum seines Pforzheimer Poetry Slams vor, bei dem wir 10 renommierte SlammerInnen und einen kleinen Hai erwarten. Und nicht nur den ehrwürdigen „Pforzemer Poetry-Prygl“, sondern auch die „Harfe des heißen Scheisses“ und den „Loberkranz [sic] der langen Weile“ an besonders verehrte Gäste vergeben. Wer den Weg nicht scheut, uns erfreut.

Dies noch: Just ging bei den Medienobservationen der LMU ein (schon etwas älterer) Aufsatz zum Comiczeichnen online; daher in Kürze wieder einiges aus der Wissenschaft, sitze an zwei-drei Papieren und hoffe, sie beizeiten auch an dieser Stelle herzeigen zu können.

Poetry Slam. Bibliographie

Dringend, so dachte ich, sei es mal wieder Zeit für eine aktuelle Bibliographie (Anthologien, Zeitungsartikel, wissenschaftliche Aufsätze und Monographien; keine Primärarbeiten von Einzelurhebern) zum Thema Poetry Slam und Slam Poetry, die sich gesagt-getan hier als Download für Citavi 3 findet (dort mit Inhaltsverzeichnissen, Abstracts, etwaigen Rezensionsverweisen und brauchbaren Links zum Drauflosforschen).
Zurzeit (07.02.12) sind dort etwa 150 relevante Titel in den mir nachvollziehbaren Sprachen eingepflegt; ich ergänze und räume die Datenbank allerdings in den nächsten Tagen weiter auf.
Solltet jemand die Bibliographie für seine Zwecke in einen aktuelleren, pralleren, fehlerfreieren Zustand pflegen, freue ich mich natürlich über Meldung.

Poetry Slam in Buch & Film

Slam Poetry hat endgültig den Einstieg in den etablierten Buchmarkt geschafft: als Aussage ein performativer Selbstwiderspruch; und trotzdem eine erfreuliche, eine notwendige Mitteilung.
So erscheinen in diesem Jahr die Bücher „Männer-WG mit Trinkzwang“ von Karsten Hohage, „Der Klügere gibt Nachhilfe“ von Philipp Scharri und „On se left you see se Siegessäule“ von Tilman Birr: Pfichtanschaffungen für jeden Freund hochwertigen Bühnenhumors. Ebenfalls vorbestellbar sind Christian Ritters genrereflexive Krimiparodie „Dichter schlachten“ und das endgültige Buch zur Kleinkleinstaaterei: „Planet Luxemburg“ des geschätzten Kollegen Kirps. Der rührige Lektora-Verlag stellt darüber hinaus ein eigenes Magazin mit Interviews und Hintergrundinformationen zur Verfügung.
Qualitativ ungeschlagen bleiben freilich die Produkte aus dem geschätzten Hause Voland & Quist, so beispielsweise Jaromirs Schwejkiade „Tatar mit Veilchen„; auch ein Blick in den Frühjahrskatalog ist sehr zu empfehlen.
Darüber hinaus erscheint mit „Dichter und Kämpfer“ (s.u.) in Kürze der erste deutsche Langfilm über Poetry Slam; Premiere ist am 17. Februar auf der Berlinale.

Britisches Fernseh

Mir ist untergekommen, dass eine Reihe britischer Serien, die ich kenne und schätze, glücklicherweise auch im deutschen Verleih – und damit in deutscher Sprache – zu haben sind. Dem etwas Sprachkundigen rate ich allerdings nach wie vor (auch aus finanziellen Gründen), bei Interesse direkt von der Insel zu bestellen.

Johnny Orpheo

Die sehr verdienstvolle Website Litradio hat mein schon deutlich albernes Hörspiel „Johnny Orpheo“ (zusammen mit Kay-Ove Steinke und Alexandra „kleiner Hai“ Müller) aus dem (mutmaßlichen) Jahr 2006 noch einmal ins Internet gehoben. Viel Vergnügen!

texttourismus 2

Der zweite Band der Benefiz-Anthologie texttourismus zum Thema „erste Schritte“ ist erschienen. Unter den Texten der 40 Autoren (darunter Roger Willemsen, Frank Goosen, Alexa Hennig von Lange, Markus Kavka, Jörg Thadeusz, Axel Hacke, Selim Özdogan, Eva Briegel, Franz Dinda, Jess Jochimsen, Judith Liere, Max Scharnigg, Tino Hanekamp, Mischa-Sarim Vérollet, Elisabeth Rank, Martin »Gotti« Gottschild, Sven van Thom, Benjamin Quabeck, Oliver Uschmann, Dana Bönisch u.a.) ist auch ein kleines Gedicht von L.W.

Noch einmal vielen Dank an die Herausgeber für die großartige Arbeit!

Weihnachts-DVDs

Wo ich gerade dabei bin, den Wochenstart zu vertrödeln, möchte ich die Gelegenheit nutzen, auf drei hinreißende Serien hinzuweisen, die a) teilweise schon einige Jahre hinter sich haben und daher b) schon bekannt sein könnten; c) aber nichtsdestotrotz auch jetzt noch sehr passable Weihnachtsgeschenke abgeben, wenn man in den nächsten Tagen bestellt: Wer also noch nach dem exzentrischen Etwas sucht, möge mir bitte vertrauen.

Nie einen deutschen Abnehmer fand Peep Show, eine britische Comedyserie mit und von David Mitchell und Robert Webb, die in Großbritannien seit 2003 sehr erfolgreich zu sehen ist. Die Grundkonstellation: Die Freunde Mark (Mitchell) und Jeremy (Webb) leben in einer WG im Londoner Stadtteil Croydon. Mark ist im Finanzgeschäft und scheitert regelmäßig daran, seine Arbeitskollegin Sophie zu umwerben, Jeremy hingegen träumt von einer Musikkarriere, bearbeitet seine Instrumente aber wie ein Achtjähriger: Frauen hat er immerhin, aber nie sehr lange. Bemerkenswert: Die Serie spielt ausgiebig mit der Ich-Perspektive der beiden Protagonisten (daher der Titel der Sendung), deren innere Monologen zu hören sind. Weihnachtshalber empfehle ich entweder die erste DVD zum Einstieg (gebraucht inkl. Versand nach Deutschland ca. 3,50 €) oder gleich alle sieben bisher erschienenen Staffeln (ca. 30,- €).

The League of Gentlemen hingegen sind vier britische Comedians (obwohl der Ausdruck hier nicht haften will), die für die gleichnamige, meisterliche Dark Sitcom (1999-2002) verantwortlich sind, die auch ausgiebig mit Horror-Versatzstücken arbeitet.
Handlungsort ist die fiktive Kleinstadt Royston Vasey irgendwo in Nordengland, die ein Dutzend bizarrer Einwohner beherbergt, die von den vier Darstellern mithilfe vielfacher Masken und Verkleidungen verkörpert werden. Keine Angst: mit Sketchup ist das Ganze glücklicherweise nur entfernt verwandt; eher lassen Ionesco, Artaud und Dürrenmatt grüßen. Die erste Staffel gibt es gebraucht inkl. Versand ins Land schon für 3,- €; für alle drei Staffeln samt Weihnachts-Special sollte man etwa 16,- € berechnen.
Ein Teil der Gentlemen-Crew ist übrigens auch für surreale Darkcom Psychoville (2009-11) verantwortlich, für deren Erwerb ich ebenfalls nur werben kann.

Früher schon an später denken:

Weihnachten rückt näher schon: Wer einen ähnlich seltsamen Geschmack hat wie ich, der wird vielleicht folgende Empfehlungen gutheißen.

An Belletristik (ekelhaftes Wort) lege ich meine Hand ins Feuer für Judith Schalanskys „Hals der Giraffe„, der den Buchpreis verdient hätte, Lewitscharoffs „Blumenberg“ und Matthiasens „Ale Trail„; und aus der Essayistik gibt’s Jan Wagners „Die Sandale des Propheten“.
Dem Britcomfreund lege man selbstverständlich „I, Partridge: We Need To Talk About Alan“ unter den Baum.

Aus dem Segment Gesellschaftsspiele im laufenden Jahr getestet und für gut befunden: Die „Säulen der Erde“ (obwohl nach einem *$#%!-Buch von Ken Follett), das man gegebenfalls ein bisschen modifizieren sollte (ich sage nur: Baumeister), um den Glücksfaktor herunterzuschrauben (die dazugehörige Erweiterung bietet übrigens ebenfalls ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis). „Tobago“ sollte vor allem „Siedler“-Fans ansprechen, während man mit „Qwirkle“ und „Mondo“ familienhalber nichts falsch machen dürfte; etwas Wagemutigeren empfehle ich übrigens das (schon etwas ältere) „Rache der Grabräuber aus dem All“ (Dank an Jan für den Hinweis).

Film und Serie? Eine überraschend überraschende Produktion aus Deutschland ist „Ijon Tichy: Raumpilot„; und wer dem Ausland Gutes tun will: „Hobo with a Shotgun“ wird es vermutlich niemals in den deutschen Verleih schaffen, genausowenig wie „Rev„, „FM„, „Smoking Room“ oder die Wiederauflage des Post-Python-Klassikers „Ripping Yarns“ (die allerdings erst im Januar erscheint, verzeiht, verzeiht).

Hier noch mal die Zusammenfassung (zumindest der deutschsprachigen Produkte):